Premium Ads

Hat sich hier bereits jemals jemand auf sinnentleerte und strukturlosere Facebook-Kommentare gefreut? Nein. Vielmehr habe ich hundertmal stärker erhöhten Pulsschlag gehabt bei dem Anblick von Dingen, die einige Nutzer mit Tastaturen und Internetzugang manchmal vom Hippen ins World Wide Web katapultieren lassen.

Viele Menschen sehen heute im Meinungsaustausch keine Mittelmaß-Lösungen mehr, sondern nur noch Entweder-Oder-Situationen. Beginnen wir mit dem harmlosen Beispiel des Thermomix: Für diejenigen, denen das Kochen nicht viel Inspiration gibt, ist dieser Küchengadget eine wertvolle Hilfestellung bei der Erweiterung der Speisekarte. Für kreative Amateur-Köche dagegen stellt er lediglich einen teuren Mixermodell dar.

Oft geht es schon gar nicht mehr um den Austausch von Argumenten.

In ähnlicher Weise verläuft die Diskussion über Wölfe im Landkreis Nienburg: Bei einem weiteren Vorfall werden beide Seiten ihre Computer und Anwendungen bemühen, um der anderen Seite chaotisches Vorgehen vorzuhalten. Hierbei fehlt längst jegliche Debatte mit vernünftigen Argumenten oder Überredungskunst.

Wie wir aus der Zeit des Coronavirus wissen: auf einer Seite sind die folgsamen und geimpften Menschen, auf der anderen Seite befinden sich die Skeptiker und Leugner.

Aktuelles Beispiel: Die Flotte Weser hat ihr Passagierschiff Bremen veräußert und muss jetzt eine Lösung finden, um weiterhin faszinierende Fahrten auf dem Wasser anbieten zu können. Meinungen wie die von Andreas spiegeln dies wider: "Nienburg wird stillgelegt... Als Tourist könnte man am liebsten sofort kehrtmachen und den Ort so schnell wie möglich verlassen." Was soll denn dieser Kommentar?

Wir alle könnten im Rahmen irgendeiner Diskussion etwas "Graues" gebrauchen. Bei der Auswahl der Bands für das Altstadtfest stimmt niemand überein, denn die Vorlieben sind sehr unterschiedlich. Nicht jedem gefällt das Programm des Nienburger Stadtfestes anlässlich seines 1000-jährigen Jubiläums, aber am Ende ruft jeder dazu auf - ähnlich wie bei einer privaten Party - eine positive Einstellung mitzubringen und zur Festlaune beizutragen.

Ich möchte bei dieser extremen Ansicht vorgehen und als Vorbild dienen. Ich gestehe gerne, dass mir Spargel nicht gefällt. Trotzdem verurteile ich weder die lokale Spargelanbau-industrie noch das große Interesse an den weißen Staken oder deren hohe Kosten. Auch ignoriere ich bewusst die ungewöhnliche Spargeluhr in der Georgstraße. Wenn man mich zur Spargelmahlzeit einlädt, stimme ich freudig zu - stattdessen bestelle ich einfach nur eine größere Portion Schnitzel dazu.

  • Die Harke ist ebenfalls auf WhatsApp verfügbar. Hier führt der Weg direkt in den Kanal. .
Table of Contents [Close]
    Neuere Ältere
    X
    X
    X