Wer wenig Kohlenhydrate, dafür viel Fett zu sich nimmt, hat in der Regel erhöhte Cholesterinwerte. Diese sogenannte ketogene Ernährung stand deshalb lange im Verdacht, das Risiko für Herzkrankheiten zu erhöhen.
Denn sind die Cholesterinwerte erhöht, insbesondere die des "schlechten" Cholesterins, steigt auch die Gefahr von Ablagerungen in den Blutgefäßwänden – und damit die für gefährliche Blutgerinnsel, Infarkte und Schlaganfälle. So dachten Forscher zumindest bislang.
Eine neue Studie zeigt nun allerdings: Selbst Menschen mit erhöhten "schlechten" Cholesterin-Werten hatten nicht unbedingt ein gesteigertes Herz-Risikoprofil. Besonders eine Gruppe zeigte keinerlei bedenkliche Verklumpungen.
"Hochwertiges" Cholesterin kann das Risikounterpotential für Herzerkrankungen nicht unbedingt steigern.
Das Team vom Lundquist Institute for Biomedical Innovation verfolgte über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg das Ernährungsverhalten von 100 Personen, die eine kohlenhydratarme und fettreiche Ketodiät beibehielten. Alle Beteiligten hatten bereits vor Beginn der Studie einen normalen Körpergewichtsindex und einen gesunden Stoffwechsel. Zudem zeigten diese Menschen während der Diät einen durch die spezielle Kost bedingte Steigerung ihrer Cholesterinwerte.
Beim Durchführen der Untersuchungen mittels Computertomografie konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die gesteigerten Werte des LDL-Cholesterins kein neues Entstehen von Plaquebildung verursachten oder dazu beitrugen. Tatsächlich zeigte sich Folgendes:
- Wer schon Plaques aufwies, sah eine Zunahme dieser.
- Wer bisher keine Plaques entwickelt hatte, formte auch keine neuen.
Daher unterstreichen die Wissenschaftler, dass zuküftig nicht die Cholesterinspiegel im Vordergrund stehen sollten, sondern vielmehr der Existenz von Plaketten zur Bewertung der Herzgesundheit sowie als Indikatoren für zukünftige Herzerkrankungen Es sollte generell berücksichtigt werden, dass der Gesundheitszustand verschiedener Personen individuell bewertet werden muss.
Eine Gruppe bildete dabei keinerlei gefährliche Ablagerungen aus.
Die Untersuchung umfasste ausschließlich gesunde und fitte Personen. Für diese Bevölkerungsgruppe erscheinen die erhöhten Cholesterinspiegel offenbar ohne herzrisko auszukommen, vorausgesetzt, es gibt keine vorbestandene Plaque-Belastung. Dennoch kann man daraus nicht schließen, dass dies für jedermann zutrifft.
Wer ohnehin schon Teil einer Risikogruppe ist – sei es wegen vorbestehender geschädigter Gefäßwände, von Bluthochdruck oder anderen ungesunden Verhaltensmustern, der sollte vielleicht ernsthafte Überlegungen anstellen, seine Ernährung auf cholesterolarmeres Essen umzustellen und einen gesünderen Lebensstil anzunehmen. Diese Empfehlungen finden sich ebenfalls bei Experten der Herzstiftung hin.
Wie man seinen Cholesterinspiegel reduzieren kann
Sie empfehlen etwa:
- Weniger Alkohol oder, am besten, gar keiner.
- Mit dem Rauchen aufhören
- Regelmäßige körperliche Aktivität wie Wandern, Laufen, Schwimmen oder Tanzen für mindestens 30 Minuten pro Tag.
Sinnvoll ist es auch, den Wert der "schlechten" LDL-Kolloide zu reduzieren Und gleichzeitig die "positiven" HDL-Werte anzuheben. Hierfür taugen beispielsweise
- "gute" Fette Wie Avocados, Nüsse, Olivenöl, Leinsamenöl, Rapssamenöl und fettfreundlicher Fisch
- ballaststoffreiche Lebensmittel wie Haferflocken, Bohnen und andere Hülsenfrüchte, Vollkornlebensmittel, Früchte und Gemüse
- Sekundäre Pflanzenstoffe Wie Grünertee, schwarze Schokolade und Knoblauch.